Informationen zur Sterilisationsoperation (Vasektomie)

Vasektomie - Was ist das?
Vasektomie bezeichnet einen chirurgischen Eingriff zur Sterilisation des Mannes.
Die Operation wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt.
Dazu werden die Samenleiter (ductus deferens) im Hodensack des Mannes durchtrennt.

Im Gegensatz zur Kastration bleibt die Hormonproduktion in den Hoden erhalten und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst.

Da die weiterhin in den Hoden produzierten Spermien nach der Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr abgeführt werden können, werden sie vom Körper resorbiert. Das Ejakulat eines sterilisierten Mannes enthält keine Spermien mehr, ist ansonsten aber bezüglich Volumen, Aussehen, Geruch und Geschmack unverändert.

Die Operation wird ambulant unter örtlicher Betäubung oder in kurzer Narkose durchgeführt.
Der Arzt legt mit zwei kleinen Schnitten am Hodensack die Samenleiter frei, entfernt jeweils ein ca. 1 bis 3 cm langes Stück des Samenleiters. Die offenen Enden werden unterbunden und verödet.
In seltenen Fällen (< 0,1 %) kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Ejakulatproben abgegeben werden, um den kompletten Verschluss nachzuweisen.


Genauere Informationen vom Erstgespräch bis zur Nachsorge

Das Gespräch im Vorfeld

Es findet zunächst ein Informationsgespräch beim Arzt statt, in dem über die Vasektomie informiert wird. Der Patient kann und soll alle Fragen stellen und muss sich darüber klar werden, ob er den Eingriff tatsächlich durchführen lassen will.
Hat man sich zur Vasektomie entschlossen, vereinbart man einen Termin, in dem der Eingriff durchgeführt werden soll.

Die Operation wird immer an einem Freitag Vormittag im ambulanten OP-Zentrum im Castra Regina Center (CRC), Regensburg, durchgeführt.

Die OP-Vorbereitungen
Wie bei Operationen üblich, muss die Behaarung um die zu operierende Stelle entfernt werden, d. h. am einfachsten die ganze Schambehaarung. Dies geschieht am besten am OP-Tag durch den Arzt.
Auch wenn diese Operation nur ein kleiner Eingriff ist, müssen sie nüchtern erscheinen,
d.h. 12 Stunden vorher nicht essen, trinken oder rauchen. Vor der Operation muss der Genitalbereich selbstverständlich gewaschen werden.

Die Durchführung
Direkt vor der Operation wird der Genitalbereich desinfiziert. Der Operateur sucht am Hodensack den Samenleiter auf (der liegt direkt unter der Oberfläche). An dieser Stelle wird nun ein etwa 2 Zentimeter langer Schnitt gemacht. Dann wird der Samenleiter freigelegt und ein Stück davon herausgeschnitten, die Enden durch Hitze verschlossen und unterbunden. Das gleiche geschieht auf der anderen Seite.
Ist auch diese Seite operiert und treten keine besonderen Blutungen mehr auf, werden die Enden der Samenleiter in verschiedenen Gewebebereichen versenkt und die Schnitte am Hodensack genäht.
Die Operation dauert etwa 30 Minuten.

Bei einem Eingriff unter Vollnarkose muss man beachten, dass der Kreislauf für ca. 1/2 Tag etwas durcheinander ist. Deshalb darf man keine Fahrzeuge führen und soll sich zu Hause hinlegen. Darum ist es wichtig, dass man von der Operation abgeholt wird und auch für die nächsten Stunden jemand zu Hause anwesend ist.
Auf Wunsch wird der Eingriff auch in örtlicher Betäubung durchgeführt.

Die Nachsorge
Nach der Operation sollte man sich auch ein wenig schonen. Am Folgetag findet eine kurze Wundkontrolle in der Praxis statt. Eine Woche nach der Operation werden die Fäden gezogen.

Wichtig: Man ist nicht sofort nach dem Eingriff unfruchtbar, da sich noch Samenzellen im Bereich der Vorsteherdrüse und der Samenblase befinden. Es sind also weiterhin noch verhütende Maßnahmen notwendig!!!

Um die Unfruchtbarkeit sicherzustellen, muss man nach 3 und 4 Monaten jeweils die Samenflüssigkeit untersuchen lassen, ob sich noch Samenzellen darin befinden. Falls dies der Fall sein sollte, wird die Untersuchung wiederholt, bis keine lebenden Samenzellen mehr festgestellt werden können.

Nach dem Eingriff bitte beachten:

  • Bitte begeben Sie sich nach der OP umgehend nach Hause.
  • Sie dürfen nicht selbst Auto fahren und müssen Sie sich von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen.
  • Körperliche Schonung ist für den Heilungsverlauf sehr wichtig. Legen Sie sich am Nachmittag ins Bett oder auf die Couch. Vermeiden Sie längeres, gebeugtes Sitzen.
  • Keinerlei Verkehr oder andere sexuelle Handlungen! Bitte pausieren Sie für mindestens 1 Woche mit jeder Art von Sex oder Geschlechtsverkehr, um die innere Wundheilung nicht zu gefährden.
  • Sie bekommen am Ende der Operation ein Rezept für ein Schmerzmittel, das Sie bei Bedarf nehmen können.
  • Sehr gut gegen Schmerzen und Schwellung im Operationsgebiet hilft Kühlung des Hodensacks mit Kühlelementen (nie direkt auf die Haut legen, immer Handtuch o.ä. dazwischen, da es sonst zu örtlichen Erfrierungen kommen kann!)
  • Bei einer starken Blutung, bei Fieber oder Schüttelfrost wenden Sie sich bitte sofort an den Operateur.Sie bekommen die Telefon- oder Handynummer beim OP-Termin.
  • Bei unauffälligen Wundverhältnissen können Sie nach zwei Tagen kurz duschen.
  • Verzichten Sie eine Woche auf Sport, tragen Sie anfänglich eine enge Unterhose.
  • Mit der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten können Sie wieder nach 7 Tagen beginnen.


Komplikationen
Bei fachgerechter, sorgfältiger Durchführung der Vasektomie ist die Komplikationsrate sehr gering. Grundsätzlich gilt für den Patienten: Beherzigen Sie die Ratschläge bzw. Anweisungen des Operateurs, auch wenn diese manchmal übertrieben erscheinen mögen.
Manchmal kann es durch die örtliche Betäubung zu kleinen Blutergüssen an der Einstichstelle kommen, diese verschwinden aber ohne weitere Nebenwirkungen nach wenigen Tagen von selbst.

Mögliche, aber sehr seltene Komplikationen nach Vasektomie sind:

  • Bluterguss im Hodensack einseitig oder beidseitig (Hämatom)
  • Nebenhodenentzündung einseitig oder beidseitig (Epididymitis)
  • Infektionen der Hodensackhaut mit Abszessbildung
  • Spermagranulome (Samenzell-gefüllte Blasen mit möglichem Anschluss an das obere Samenleiterende), dadurch ungewollte Refertilisierung möglich.
  • Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom (Post-Vasectomy-Pain-Syndrom):
    Hierbei handelt es sich um langanhaltende, chronische Schmerzen im ehemaligen Operationsgebiet, wahrscheinlich verursacht durch Nervenreizung und/oder Entzündung des Nebenhodens.



Kosten
Die Operation wird über die sogenannte "Gebührenordnung für Ärzte" (GOÄ) auf Privatbasis abgerechnet. Über die Kosten für den Eingriff informieren wir Sie gerne im Rahmen eines persönlichen Gesprächs in der Praxis.

Bitte vereinbaren Sie einen Beratungstermin!
Wir nehmen uns für Ihre Fragen Zeit.

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